MARIA LOBODA

Performance
"that obscure object (The bad boys of Harvard)"
10.12.10-13.02.11
Ort: entlang der Braubachstrasse, Frankfurt a.M.


Foto: Axel Schneider


Als "The bad boys of Harvard" wurde eine Gruppe von jungen Landschaftsarchitektur-Studenten um Garrett Eckbo und James Rose in Harvard in den 30ern bezeichnet, welche in ihrer Arbeit stark von Gropius, Malevitsch und Moholy Nagy beeinflusst wurden.
Sie widersetzen sich der, bis dato, klassischen Auffassung von amerikanischer Landschaftsarchitektur, dem "Beaux-Art Movement" welches eine dekorative Umsetzung bevorzugte und gelten bis heute als Pioniere eines modernen, radikaleren, sozial orientierten Designs.
James Rose wurde für seine progressiven Ideen von Indoor-Outdoor Gärten sowie einem Schwerpunkt auf geometrischem Design aus Harvard ausgewiesen.
In ihrer neuen in situ Arbeit "The bad boys of Harvard" beschäftigt sich Maria Loboda mit der Idee von radikalen Landschaftsarrangements, sowie der surrealen Ebene welches ein "continuity mistake", eine Erscheinung aus der Filmkunst, die durch Anschlussfehler in der Szenenkoordination oder der Schnitttechnik entsteht, mit sich bringt.
Mehrere, geometrisch geschnittene Buchsbäume, eigentlich ein bourgeoises Symbol, bewegen sich, im wöchentlichen Rhythmus, im öffentlichen Raum um das MMK und den Frankfurter Kunstverein, als eine Art "Wald in Bewegung" - eine "Gang" welche  ihre passive Rolle als dekorative Gartenelemente durch Veränderung ihrer Standortes aufgeben und sich der Architektur des öffentlichen Raum in den Weg stellen.
Diese Performance „in flux“, entwickelt ihre Narration schrittweise über die gesamte Ausstellungsdauer. Durch die Veränderung der Position der Protagonisten; der Buchsbäume, spielt Maria Loboda ebenfalls auf die Fehler im Ablauf einer Choreopraphie an.
Bricht der „continuity mistake“ in den Alltag ein, werden die Grenzen von Realität und Fiktion in Frage gestellt. Der Gedanke des Kontrollverlustes über die Phänomene des Alltags, die Erfahrung, dass das „Ich nicht Herr im eigenen Haus ist“ (Sigmund Freud), die Eröffnung eines surrealen Raumes im Stadtraum, ermöglicht dem Betrachter, seine eigene Narration im Verhältnis zu Zeit und Ort neu zu erleben.
 
Maria Loboda wurde 1979 in Krakow, Polen geboren. Sie studierte an der Städelschule. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Mit besonderen Dank an: Baumschule Peselmann, Bad Homburg