HU FANG / CHU YUN / HELKE BAYRLE

Herzliche Einladung zu den Veranstaltungen der Städelschule!


Lecture
Hu Fang: New Species of Space
Dienstag, 13 Oktober, 19 Uhr, Aula

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

"Spaces have multiplied, been broken up and have diversified… To live is to pass from one space to another, while doing your very best not to bump yourself."
(Georges Perec)
When reality has already become commodity, Hu Fang would like to talk about his recent novel Garden of Mirrored Flowers as well as observations of a special transformation: a labyrinth to be lost in, but also a productive context to produce reality with fictional approaches – precisely because we are situated within a reality replete with multiple routes. Also he will refer about the exhibition of Chu Yun in Portikus.
Hu Fang is a fiction writer ( www.hufangwrites.com) and co-founder of Vitamin Creative Space (www.vitamincreativespace.com) in Guangzhou, and "the shop" in Beijing (vitamincreativespace.blogbus.com).



Ausstellung
Chu Yun
Eröffnung: Donnerstag, 15. Oktober, 20 Uhr, Portikus
Ausstellungsdauer: 16. Oktober - 15. November 2009

In seinen Arbeiten geht der chinesische Künstler Chu Yun vorwiegend installativ vor und bezieht sich unmittelbar auf seine Erfahrungswelt. Oftmals ist dabei der Produktionsprozess selbst als Teil des Kunstwerks mit zu betrachten. Während sich vielleicht die jüngsten Arbeiten mehr und mehr strukturell gesellschaftlichen Beobachtungen widmen, beziehen sich frühere Arbeiten wiederkehrend auf sehr persönliche und alltägliche Referenzen. Sie tasten in diesem Spannungsfeld die Grenzen der künstlerischen Produktion und der Dynamik des Rezeptionsprozesses ab. Chu Yuns künstlerische Sprache ist sehr klar, dabei gelingt es ihm aber auf poetische Weise das Verborgene zu offenbaren und damit den Blick auf das Reale freizugeben.
In einem Gespräch mit dem Kurator Hu Fang hat Chu Yun die Beschäftigung mit dem Alltäglichen folgendermaßen beschrieben: “In der Tat sind die Dinge die uns verändern weniger die, denen wir uns ganz offen bewusst sind, oder an die wir uns gar erinnern können. Ich denke, wir neigen eher dazu unbewusst geleitet zu werden, von Dingen, die wir nicht eben so wahrnehmen. Und, dass uns diese Dinge noch viel schneller und drastischer verändern.“

Unter dem Titel "Chu Yun" hat der Künstler im Portikus ein für einen Innenraum beinahe überdimensioniertes Blumenbeet installieren lassen, welches in seiner Erscheinung und Ausführung beeindruckt. In vielschichtigen und flamboyant-verschiedenfarbigen Blumenpflanzungen, die an einen barocken Garten erinnern, erhebt sich eine florale Rotunde in der Mitte des Ausstellungsraums. Diese kann von allen Seiten betrachtet werden. Mit dem Blick von der oberen Galerie des Portikus erschließt sich dem Betrachter jedoch eine weitere Dimension der Installation, in deren Mitte die Worte „Make a Great Work“ eingepflanzt sind. Chu Yun führt mit der überwältigenden Dichte und gestischen Überschwänglichkeit des Blumenbildes den Kontrast zwischen einer persönlichen Aussage und der artifiziellen Form eines Kunstwerks vor. In der Kombination dieser beiden zugleich komplex und einfach erscheinenden Elemente ist durchaus auch ein selbstironischer Zug in der Reflexion über künstlerische Repräsentation zu erkennen. Zugleich erinnert die Größe der Installation an Blumenrabatten im öffentlichen Raum. Dies könnte vielleicht als Verweis auf in China durchaus übliche urbane Anlagen dieser Art gelesen werden. In der Fülle der dicht an dicht aneinander gesetzten Blumen versteckt sich aber auch eine Analogie zur alltäglichen Erfahrung der Gesellschaft als eine Masse von Individuen.

Chu Yun, geboren 1977 in Jiangxi, lebt und arbeitet in Peking, China. Sein internationaler Erfolg spiegelt sich in einer Reihe von Ausstellungsbeteiligungen der letzten Jahre, wie etwa der 53. Venedig Biennale, den Gruppenausstellungen The Generational: Younger than Jesus im New Museum, New York 2009, Sprout from White Nights in der Bonniers Konsthall, Stockholm 2008, Our Future: The Guy & Myriam Ullens Foundation Collection, UCCA, Ullens Center for Contemporary Art in Peking 2008, sowie 2007 dem viel diskutierten Projekt "This is xx" auf der Frieze Art Fair in London wider. Im selben Jahr präsentierte Vitamin Creative Space in Guangzhou, China eine Einzelausstellung mit Chu Yun.



DVD- und Buch-Präsentation
Helke und Thomas Bayrle
Donnerstag, 15. Oktober, 19 Uhr, Portikus

Die Neuerscheinung "Portikus under Construction" von Helke Bayrle ist bei SternbergPress erschienen. Das DVD-Projekt umfasst 53 Dokumentationen zu den Ausstellungsaufbauten der vergangenen Jahre.

Die in Frankfurt am Main lebende Filmemacherin Helke Bayrle hat bereits seit vielen Jahren die Aktivitäten des Portikus dokumentiert. Das Ergebnis ist eine einzigartige Sammlung von Künstlerporträts, aus der wir hier das vergangene Jahrzehnt präsentieren. Es handelt sich um Material, das hinter den Kulissen aufgenommen wurde und um Szenen, die man als Betrachter der fertigen Ausstellungen normalerweise nicht zu sehen bekommt. Einige der Künstler sprechen bereitwillig über die Form und Bedeutung ihrer Arbeit, andere sind auf die Zusammenarbeit mit dem Installationsteam und den Kuratoren konzentriert. Helke Bayrles Material ist äußerst umfangreich und stellt ein wichtiges Archiv zur zeitgenössischen Praxis des Ausstellungmachens dar. Die hier vorliegenden drei DVDs präsentieren eine Auswahl von geschnittenen Versionen einzelner Künstlerporträts. Sie zeigen die Künstler beim Arbeiten im Portikus, gleichzeitig vermitteln sie uns einen Blick hinter die Kulissen einer der lebendigsten und experimentellsten Kunstinstitutionen Europas. Jedes einzelne Kapitel wird zu einer Version des Portikus „under construction“.
Die vorliegende Sammlung beginnt mit Michael Elmgreen & Ingar Dragsets „Powerless Structures, Fig. 111“ von 2001.

Mit dem Buch "Parkhaus Köln"stellt der Verlag der Buchhandlung Walther König eine Parkhausarchitektur von Thomas Bayrle vor. Neben Miniaturautos hat Bayrle hier auch vier kleine Bücher gestellt. Jedes Exemplar ist ein Unikat und vom Künstler zusätzlich mit Aquarell, Collage oder Siebdruck ausgestattet.


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