Mittwoch, 8. Dezember 2010

LEONARD KAHLCKE

Performance
"Tokat"
21.01.2011, 19:00h
Ort: Stiftstrasse 34, Frankfurt am Main


Konzeptuelle Herangehensweisen spielen in den interdisziplinären
Arbeiten von Leonard Kahlcke eine wichtige Rolle. Die zunehmende Relevanz der Ästhetisierung in allen Lebensbereichen ist für den Künstler zentral, denn hierin liegen für ihn Formen und Potentiale für symbolischen und politischen
Widerstand. Geschickt infiltriert und attackiert er gesellschaftliche
Normen und deren ästhetische Codes, indem er die herrschenden Codes auch ästhetisch kontert. Diese Taktik ist stilbildend für Kahlckes Werk.
In der performativen Installation für New Frankfurt Internationals
setzt sich Kahlcke mit der Architektur und der
Bedeutung von zentralen und repräsentativen Plätzen der
Innenstadt auseinander. Fotos von Jugendbanden der 1980er
und 1990er Jahre, die er innerhalb der Szene recherchiert hat,
stellt er eigens angefertigte, aktuelle Fotografien von „Repräsentationsarchitektur“
gegenüber. Kahlcke macht in einer narrativen Schau die Phänomene repressiver Raumaneignung visuell erfahrbar. Hierzu Kahlcke: „Es geht um den Wandel der Metropole, die repräsentierende Dominanz von Architektur und Mensch, Zugehörigkeit und Nichtzugehörigkeit, sowie den Machtanspruch auf zentrale Räume der Stadt – oder besser, warum der Kampf um die Innenstadt wichtig ist.“

Leonard Kahlcke wurde 1975 in Frankfurt a. M., Deutschland geboren.Er studierte an der Hochschule für Gestaltung, Offenbach a. M. Er lebt und arbeitet in Frankfurt a. M.

CLAUS RICHTER

Performance
"The Dog, that knew too much"
4. Februar 2011, 19Uhr
MA* ehemalige Diamantenbörse
Stephanstraße 1 – 3

Richter performt üblicherweise in Kooperation mit Oliver Husain
und Sergej Jensen. Für New Frankfurt Internationals entwickelt
er eine grelle Mini-Solo Show, gespielt mit Hundehandpuppen,
die nur von ihm selbst handelt.
Die Geschichte dreht sich ganz um die abenteuerlichen,
absurden und traurigen Momente, die der gestresste Künstler
an einem Arbeitstag erlebt, besonders im Bezug zu Auftraggebern,
Kuratoren und Galeristen.
Hitzige Diskussionen und konträre Standpunkte werden
auf Hundeart ausgetragen und mit kleinen Kunststücken untermalt.
Eingefasst ist die Performance in ein aus Pappmasche
gebautes Bühnenbild, welches an die flüchtige TV-Entertainmentindustrie
erinnert.
Richters bekanntes Muppetshow-Faible, welches auch seine
früheren Arbeiten inspirierte, nutzt er geschickt, um spielerisch
und phantasievoll Problematiken des Kunstbetriebes
aufzuzeigen. Hierbei werden Hierarchien unter den Künstlern
oder die eigene Glaubwürdigkeit subversiv pointiert. Beware
of the dogs!

Claus Richter wurde 1971 in Lippstadt, Deutschland geboren. Er studierte an der
Hochschule für Gestaltung, Offenbach a. M. Er lebt und arbeitet in Frankfurt a. M. und Köln.

MICHELE DI MENNA

Performance
"A performance of motions in large proportions"
29.01.2011, 19:00h
Nur mit Anmeldung unter post@fkv.de
Ort: MesseTurm
60308 Frankfurt


Performance, Skulptur, Text, Collage, Video und Klanginstallation
umkreisen sich in der Kunst von Michele Di Menna, formen
gemeinsam und doch für sich mögliche Welten, in denen die
Künstlerin stets alleinige Protagonistin bleibt – eine Dirigentin
der Form der Dinge, die kommen. Während einige Elemente
ihrer Installation aus festen Materialkomponenten bestehen,
ergibt sich ein Gesamtbild von Flüchtigkeit in Di Mennas Performances,
bei denen alle Elemente Verwendung finden. Von
den Performances bleiben die Kostüme, Skulpturen, Collagen
und Videos sowohl als Überreste vergangener Ereignisse
zurück, als auch als eigenständige Objekte. So funktionieren
die Environments der Künstlerin als flüchtige Erscheinungsformen
eines von Bewegung beherrschten Schaffensprozesses.
Michele Di Menna inszeniert komplexe Situationen, mit
denen sie die Beziehung zwischen menschlichem Körper und
Kommunikation in den Grenzen des architektonischen Raums
auslotet. In ihrer Performance für New Frankfurt Internationals
plant Di Menna die ephemere Erkundung eines mysteriösen
Vorgangs im berühmten Frankfurter Messeturm.
Die Künstlerin wird u. a. den absurden Prestige-Kampf in
modernen Metropolen um die Höhe von Hochhäusern thematisieren.
Ihr besonderer Fokus gilt den architektonisch-spekulativen
Freiräumen, in dem die Kultur auf Ökonomie trifft und
in zweckentfremdeten Spitzaufbauten, wie Antennen, Pyramiden
und aufeinandergestapelte Klimanlagen ihren Ausdruck
finden.

Michele di Menna wurde 1980 in Vancouver, Kanada geboren. Sie studierte am Emily Carr Institute of Art and Design, Vancouver und an der Städelschule, Frankfurt a. M. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Mit besonderen Dank an: MesseTurm Frankfurt am Main

MICHAEL RIEDEL

Performance (mit Daniel Baumann)
„Antrittsrede als neuer Direktor des Frankfurter Kunstvereins 2008”
7.01.2011, 19:00h
Ort: „Oskar-von-Miller Strasse 16“ (Mainzer Landstr. 105, HH)
60329 Frankfurt


2000 gründete Michael Riedel mit Denis Loesch den mittlerweile
legendenumwobenen Ausstellungsraum Oskar-von-Miller
Strasse 16 an gleichnamiger Stelle in Frankfurt, der Ort
an dem auch die Freitagsküche begann. 2006 wurde das Gebäude
abgerissen, was zu einem vorübergehenden Ortswechsel
nach Berlin führte, wo die Oskar-von-Miller Strasse 16 in der
Weydinger Strasse 20 in Berlin-Mitte zu finden war. Seit Anfang
dieses Jahres ist Michael Riedel wieder in Frankfurt.
Für die Ausstellung New Frankfurt Internationals findet in
dem neuen Ausstellungshaus in der Mainzer Landstrasse 105
noch einmal seine Antrittsrede als neuer Leiter des Frankfurter
Kunstvereins statt, die er gemeinsam mit Daniel Baumann am
09. Oktober 2008 im FKV gehalten, und darin eine Neuausrichtung
der Institution Kunstverein formuliert hat.

Michael Riedel wurde 1972 geboren. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf; der Städelschule, Frankfurt a. M. und
der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts, Paris. Er lebt und arbeitet in Frankfurt a. M. und New York

ADRIAN WILLIAMS

Performance
"At Hand – episode one"
11.12.10, 19:00h
Ort: MMK Vortragssaal


Adrian Williams‘ Arbeiten erzählen Geschichten in Form von
Performances, Tonstücken, Interventionen, Filmen, Objekten
und Papierarbeiten. Sie erfindet fiktionale Charaktere und
bettet diese teilweise in wirkliche Situationen ein. In ihren Performances
verbinden sich Filme, Texte, Sprache, Geräusche,
Musik und Sound. In Zusammenarbeit und Interaktion mit einem
Komponisten, Musikern, einem Geräuschemacher, der mit Hilfe
von Gegenstände und Aufbauten Geräusche imitiert, sowie
einem Schauspieler vertont sie live die Kurzgeschichte At Hand.
Dieses Stück schildert die spannende Geschichte eines
fiktiven Protagonisten, dessen Gepäck am Frankfurter Flughafen
verloren geht, sowie seine Suche und Versuche, dieses Gepäckstück
wiederzubekommen. Der Titel At Hand deutet darauf hin,
dass etwas bevorsteht oder passiert, wie die Performance
selbst oder aber die hierbei erzählten Ereignisse, die vor allem
jene Momente kurz vor einer Begebenheit beschreiben.
Während Williams die Geschichte erzählt, reagieren die
Musiker und der Foley-Editor klanglich darauf und steigern so
die Dramaturgie. At Hand basiert auf der Transkription einer
sechsteiligen Serie, die Adrian Williams in diesem Jahr über sechs
Monate hinweg in einer einstündigen Radiosendung erdachte,
erzählte und performte. At Hand – Episode One ist der erste Teil
dieser Serie.

Adrian Williams wurde 1979 in Portland, Oregon, USA geboren.
Sie studierte an der Pacific North-west College of Art ,Portland, Oregon,USA; der Cooper Union School of Art, New York und
der Städelschule, Frankfurt a. M. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt a. M.

MARIA LOBODA

Performance
"that obscure object (The bad boys of Harvard)"
10.12.10-13.02.11
Ort: entlang der Braubachstrasse, Frankfurt a.M.


Foto: Axel Schneider


Als "The bad boys of Harvard" wurde eine Gruppe von jungen Landschaftsarchitektur-Studenten um Garrett Eckbo und James Rose in Harvard in den 30ern bezeichnet, welche in ihrer Arbeit stark von Gropius, Malevitsch und Moholy Nagy beeinflusst wurden.
Sie widersetzen sich der, bis dato, klassischen Auffassung von amerikanischer Landschaftsarchitektur, dem "Beaux-Art Movement" welches eine dekorative Umsetzung bevorzugte und gelten bis heute als Pioniere eines modernen, radikaleren, sozial orientierten Designs.
James Rose wurde für seine progressiven Ideen von Indoor-Outdoor Gärten sowie einem Schwerpunkt auf geometrischem Design aus Harvard ausgewiesen.
In ihrer neuen in situ Arbeit "The bad boys of Harvard" beschäftigt sich Maria Loboda mit der Idee von radikalen Landschaftsarrangements, sowie der surrealen Ebene welches ein "continuity mistake", eine Erscheinung aus der Filmkunst, die durch Anschlussfehler in der Szenenkoordination oder der Schnitttechnik entsteht, mit sich bringt.
Mehrere, geometrisch geschnittene Buchsbäume, eigentlich ein bourgeoises Symbol, bewegen sich, im wöchentlichen Rhythmus, im öffentlichen Raum um das MMK und den Frankfurter Kunstverein, als eine Art "Wald in Bewegung" - eine "Gang" welche  ihre passive Rolle als dekorative Gartenelemente durch Veränderung ihrer Standortes aufgeben und sich der Architektur des öffentlichen Raum in den Weg stellen.
Diese Performance „in flux“, entwickelt ihre Narration schrittweise über die gesamte Ausstellungsdauer. Durch die Veränderung der Position der Protagonisten; der Buchsbäume, spielt Maria Loboda ebenfalls auf die Fehler im Ablauf einer Choreopraphie an.
Bricht der „continuity mistake“ in den Alltag ein, werden die Grenzen von Realität und Fiktion in Frage gestellt. Der Gedanke des Kontrollverlustes über die Phänomene des Alltags, die Erfahrung, dass das „Ich nicht Herr im eigenen Haus ist“ (Sigmund Freud), die Eröffnung eines surrealen Raumes im Stadtraum, ermöglicht dem Betrachter, seine eigene Narration im Verhältnis zu Zeit und Ort neu zu erleben.
 
Maria Loboda wurde 1979 in Krakow, Polen geboren. Sie studierte an der Städelschule. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Mit besonderen Dank an: Baumschule Peselmann, Bad Homburg